Neurofeedbacktraining

Was ist Neurofeedbacktraining?

Durch ein Training entsprechender Gehirnwellen, dem sogenannten Neurofeedbacktraining, kann die Konzentrationsfähigkeit des Gehirns verbessert werden, so dass die die schulischen Anforderungen an die Aufmerksamkeitsleistung besser gemeistert werden können. Die Gehirnreifung, die mit zunehmendem Alter prinzipiell dazu führt, dass eine fokussierte Konzentration möglich ist, wird hier befördert.

Wann ist ein Neurofeedbacktraining sinnvoll?

Dann, wenn die Betroffenen an einer ADS oder ADHS leiden, da diese Störungen auf einer Konzentrationsschwäche basieren. Wichtig ist, dass diese Intervention auf den Grundlagen der Lerntheorie fußt und nicht auf der Wirkung von Medikamenten. Dennoch ist auch ein Neurofeedbacktraining möglich, wenn Kinder schon Stimulanzien wie Ritalin nehmen.

Wie hängen ADS und ADHS mit dem Reifeprozess des Gehirns zusammen?

Die Konzentrationsfähigkeit, und damit die oben angesprochene Gehirnreife, wird u.a. von der Geschwindigkeit der Gehirnwellen bestimmt. Diese sind beim Baby langsam, werden beim Schulkind schneller und differenzierter und verflachen im späteren Erwachsenenalter wieder. Wenn sich ein Kind nicht konzentrieren kann, rumzappelt und sich wegträumt, dann kann es u.a. daran liegen, das die Gehirnwellen einfach noch zu langsam sind, um solche Aufgaben zu bewältigen. Hier kann das Neurofeedbacktraining unterstützen, und durch das Training der schnelleren Gehirnwellen den Reifeprozess befördern, der wiederum die Konzentrationsfähigkeit mitbestimmt. So können die Betroffenen zunehmend besser den jeweiligen klassenspezifischen Anforderungen gerecht werden, da diese individuellen Entwicklungsunterschiede im herkömmlichen Schulsystem nicht berücksichtigt werden bzw. werden können.

Was kann ich als Elternteil nun tun?

Zunächst einmal muss ich erkennen, ob mein Kind nur etwas langsam ist, einfach mehr Zeit benötigt, unmotiviert ist oder an einer manifesten Aufmerksamkeitsstörung leidet. In der Regel lässt sich dies durchaus im Alltag erkennen, denn es ist ein deutlicher Unterschied zwischen einem langsam verarbeitenden Kind und einem Kind, das sich nur für Minuten konzentrieren kann und regelhaft kaum Gedächtnis für erlernte Inhalte bildet. Da diese Kinder oft schon im Kindergarten als Träumerchen oder Zappelphilippe auffällig geworden sind, sollte man bereits im Grundschulalter kompetente Unterstützung in Anspruch nehmen, damit die Kinder unproblematischer im Schulsystem zurechtkommen können.

Wie sieht Ihr Ansatz zur Hilfe aus?

Unser Ansatz besteht aus mehreren Schritten.

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind sichtbare Konzentrationsschwächen zeigt, kann mittels Neurofeedback Diagnostik festgestellt werden, ob das kindliche oder auch erwachsene Gehirn, die schnelleren Gehirnwellen, die für das Rechnen oder Lesen lernen notwendig sind, produziert. Dies geschieht im Rahmen eines standardisierten Testes.
Wird sichtbar, dass das Gehirn zu langsam taktet, bzw. durch viel motorische Unruhe auffällig ist, kann man mit dem Neurofeedbacktraining die Gehirnwellen, die erwünscht sind, positiv verstärken. Dies basiert auf klassischem Konditionieren, sprich, eine mit der entsprechenden Gehirnwelle gekoppelte Musik, Animation oder ein Video laufen immer dann, wenn das Gehirn „richtig“ taktet und stoppen, wenn es „falsch“ taktet. Dieser Lernprozess läuft unbewusst ab und dauert in der Regel zwischen 15 und 20 Stunden.
Danach aber müssen die neuen Fähigkeiten noch verfestigt und verankert werden, um so die Basis für positive Lernerfahrungen zu schaffen. Deshalb müssen in einem nächsten Schritt positive Lernerfahrungen tatsächlich gemacht werden, damit das Kind seinen eigenen Erfolg erlebt und so eine neue Lernmotivation aufbauen kann. Dazu gehört, dass das Lernen gelernt wird und dass Lernrückstände, die sich möglicherweise angesammelt haben, wieder aufgeholt werden.

Das ist ein Mammutprogramm ….

… das ich leider auch nicht alleine leisten kann. Deshalb arbeite ich in einem Netzwerk mit einem Lern- und Therapiezentrum, dass auf verhaltensorientiertes Lernstrategietraining spezialisiert ist sowie einem Nachhilfeinstitut zusammen. So haben wir für jeden Schritt einfach die richtigen Fachleute.

Wie läuft das Ganze jetzt praktisch ab? Was muss ich tun, wenn ich möchte, dass mein Kind bei Ihnen gefördert wird?

Nun, melden Sie sich in unserem Institut und dann werden wir gemeinsam besprechen, welche Strategie für Ihr Kind die Beste ist. Nicht jedes Kind mit Schulschwierigkeiten leidet an einer Aufmerksamkeitsstörung, so dass nur bei Verdacht auf eine Konzentrationsschwäche das gesamte Programm durchlaufen werden sollte. Für die Kinder und Jugendlichen, die „nur“ erlernen müssen, wie man lernt, ist ein Lerntraining ohne Neurofeedbacktraining empfehlenswert. Sollte aber doch eine AD(H)S vorliegen, sind wir in unserem Netzwerk in der Lage, Sie an die entsprechenden Fachleute weiterzuleiten.

» Praxis Bio- und Neurofeedback Dipl. Psych. Antje Ruhm